Ein Chor von lauter Laien kann auch improvisieren?

Bei uns sind Improvisationsübungen ein wesentlicher Teil dessen, was allgemein bei Chorarbeit am Anfang das Einsingen ausmacht. Zuerst von vielen Mitgliedern unsicher bis sehr skeptisch angegangen, wird heute Improvisation mehr und mehr ein Element unseres Tun. Es entstehen Klänge, Klangteppiche, Klangerlebnisse, die nur in sehr geringem Maße vorgeplant sind: kleine Vorgaben wie: 3 Atemzüge , sich dabei bewegen, Atemzüge mit Tonwechseln, Patterns erkennen und sich darauf einschwingen- so lernen Sänger*innen, der ganz eigenen Stimme zu trauen. Und nicht nur das: der Körper erdet sich, die Stimme „macht einfach“ ohne Verkrampfung, ohne Angst vor „falschen“ Tönen. Diese Art, Töne zu erzeugen, hilft dann bei der notierten, konzentrierten Arbeit: Sänger*innen bleiben sicherer, gleichwohl „bei sich“ wie konzentriert und entspannt.

Unsere Konzertgäste genießen die improvisierten Klangteppiche, die in Kirchen gesungen besonders gut klingen, sehr. Verblüffend ist, dass die Sänge*innen immer noch versuchen, „fertig zu werden“, während es den Gästen garnicht lang genug dauern kann: sie lauschen!