Improvisation und Chor

Warum Chorimprovisationen?

Kinder singen spontan und erfinden Musik ohne sich zu fragen, ob es richtig oder falsch ist, was sie da singen. Sie begleiten ihr Tun, singen beim Spielen oder auf dem Klo

Kinder singen spontan und erfinden Musik ohne sich zu fragen, ob es richtig oder falsch ist, was sie da singen. Sie begleiten ihr Tun, singen beim Spielen oder auf dem Klo.

Erst durch Erfahrungen mit Erwachsenen und den Liedern, die man in richtigem Rhythmus, richtiger Tonhöhe oder richtigem Ausdruck singen soll, setzt mit dem Anspruch „es gut machen zu wollen“ unter bestimmten Bedingungen eine Angst und Lähmung ein. Dies lässt die Freude an der Improvisation in den Hintergrund treten.

Die herkömmliche musikalische Erziehung betont die Seite des Nachvollzugs fremd bestimmter Tonfolgen. Also das Singen nach Noten. Geschieht dieses einseitig, wird die Aufgabe der Improvisation Angst auslösen.

Dabei geschieht die unmittelbare musikalische Äußerung wie die Improvisation in einer besonderen Klangqualität. Die Fixierung auf Noten, der Blick auf den Text beansprucht Energie und führt weg vom Hören und der Konzentration auf den Klang. Der improvisierende Chor hat andere Klangmöglichkeiten. Er klingt anders, voller, obertonreicher, aber auch fantasievoller in seinen Klangmöglichkeiten. Im spontanen Aufeinandereingehen entstehen Klänge, die auch das Publikum direkt und unmittelbar erreichen. In den ersten Jahren, in denen wir uns dieser Arbeitsweise annäherten, hatten einzelne Sängerinnen im Chor Bedenken. „Finden denn die Leute unsere Improvisationen nicht langweilig?“ Nach dem Konzert erstaunte dann die Reaktion des Publikums. Gerade die Improvisationen waren als besonders schön und aufschließend wahrgenommen worden. Die Tatsache, dass der Chor das Publikum dabei regelrecht umstellt hatte, unterstützte die klangliche Wirkung.
Mittlerweile arbeiten wir nicht mehr nur mit Klangflächen, sondern gehen verstärkt in motivische Improvisationen und kleine Soli/ Dialoge.
Es bleibt spannend, wie der Weg weiter geht.

Beglückend ist die Zusammenarbeit mit dem Jazz-Pianisten Lukas Klapp. Er unterstützt uns, regt uns an, nimmt uns mit und verblüfft uns mit seine Improvisationen. Auch an dieser Stelle: herzlichen Dank, Lukas!

 


Drei Atemzüge

Die Aufnahmen können einen Eindruck von unserer Arbeit mit Improvisation geben. Töne sind genug da. Es geht darum, die Sensibilität des Einzelnen für den Gesamtklang, die musikalische Entwicklung insgesamt zu entwickeln. Mit diesen Erfahrungen werden die Improvisationen immer klarer und immer weniger beliebig und chaotisch. In diesem Sinn sind die Klangbeispiele tatsächlich Beispiele unserer Arbeit, Zwischenergebnisse und im besten Sinne Momentaufnahmen.
Viel Spaß beim Hören!

 

Materialien zum Workshop Chor-Improvisationen

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Hör doch:

 


siehe auch den Artikel: Ein Chor von Laien…